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Sommer mit’nem Ball

AJM, Kuhlenkamp Schule, Gesamtschule, im neuen Melittabad und ganz am Anfang auch am Scholl überall wo man konnte wurde gespielt. Scheiß auf das Netz oder offizielle Höhe, Betong, Hartgummi oder Bordsteine an den man sich den übelsten Bänderriss in der Geschichte aller Bänderrisse holen konnte. In den ganz guten Tagen hat man auf dem Boden in dresdener Sporthallen geschlafen um an den deutschen Meisterschaften teilzunehmen.

Egal wie hart am Freitag gefeiert wurde man schaffte es am Samstag rechtzeitig aufzustehen um nach Hamm/Trier/Brilon/Hannover/Bielefeld oder sonst wo zu fahren und dann auch noch ein gute bis sehr gute Leistung abzuliefern. Unser Motto war „No blood no foul“ und dies verteidigten wir auch bis zum Äußersten manchmal so weit dass andere beleidigt wurden. Aber den Ruf als die „Asozialen aus Minden“ hatten wir eh weg und ein wenig haben wir dieses Image auch gepflegt, denkt man nur an die male als man früh morgens durch fremde Städte fuhr und nicht zu definierende Töne ins Megafon brüllte. Man spielte bis es zu dunkel wurde oder bis der Körper nicht mehr konnte.

Irgendwann mit 35 kommen wir hoffentlich alle noch mal zusammen und reminizieren darüber ob Lebron besser slammede als Shawn Kemp, die heutigen Point Guards mit solchen wie Tim Hardaway vergleichbar sind, ob es jemanls einen so krassen Rookie Big Man wie Shaq geben wird oder ob es jemals eine so geile Rivalität wie zwischen den Knicks und den Heat in den 90’ern geben wird. Und danach schnüren wir die Knöchelbandage und rücken die Kniestütze gerade um zu sehen wie gut wir noch die Spin Moves drauf haben

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20Blickwinkel10 (bewegte Bilder Edition)

Durch den Schnee

Dieses Gefühl, von dem ich dachte es nicht mehr spüren zu werden, hallt immer noch nach. Ein Abend der den Abenden im Sommer 2003 ähnlich war. Lachende Gesichter, bekannte Gesichter, lange nicht mehr gesehene Gesichter. Doch das Gefühl bleibt und es ist schön das es bleibt denn es vertreibt die Angst nicht mehr diese Verbindungen zu haben, die Verbindungen die trotz sehr unregelmäßigen Kontakten nach Köln, Berlin und Hamburg halten. Dafür bin ich dankbar in Ausmaßen die ich durch Worte und andere Gesten nicht ausdrücken kann.

Stricknadeln und Akkordion

Sie leben in diesem Haus, diesem verstecktem Haus, welches man von der Straße aus nicht sehen kann. Ich kenne jede auch so kleine Ecke dieses Hauses die Birke (die jetzt nicht mehr steht), den Kirschbaum (dem ich für Tage mit Bauschmerzen danken kann aber jetzt auch nicht mehr steht), den Putzschrank in dem es immer so schön nach Holzpolitur roch, die Toploader- Waschmaschine, den Alibert im Badezimmer, der Keller (in dem ich viele Abenteuer erlebt habe) und die Orgel. Nachmittags wenn es ganz ruhig war hörte man das ganze Haus knacken und knarzen. Irgendwann wurde die Stille durch die Töne einer Akkordion durchbrochen, manchmal lag ich nur in der obersten Etage und lauschte den Liedern die er aus ihr heraus zauberte. Während er musizierte strickte sie. Seit dem ich denken kann strickt sie, die wärmsten und weichsten Socken der Welt.

Durch diese beiden Menschen lernte ich die Karl mayische Westernwelt, das 1 x 1, wie „richtiger“ Kartoffelbrei schmeckt und 1000 andere Sachen dafür danke ich ihnen.

BK 52

In den Bärenkämpen 52, das war die Adresse meiner Jugend, mein zweites zu Hause. mehr, mehr, mehr

Heimat

(via)

Ein Begriff den ich gerne mal so mal so definiere. Es sind immer nur kleine Momente in denen mir bewusst sind was man mit diesem Begriff meinen kann. So wie heute als ich zu besuch in der Statd meiner Sozialisation war zum gemeinsamen denieren mit Familie und Familien-Freunden irgendwann wurde es Zeit dass meine Stiefschwester samt Kinder nach Hause gebracht werden mussten da mein Stiefvater noch aß machte ich dies gerne. Meine Stiefschwester wohnt in meinem alten Kiez und so sah ich dann auch mal wieder ob sich da was verändert hat, dem war nicht so. Die Straßen waren leer bis auf eine Gruppe von 5 Mädchen, die ich natürlich kannte („natürlich“ weil ich die meisten Kinder durch mein fast 10 jähriges pädagogisches Engagement in dem „sozialen Brennpunkt“ kenne). Zu erst waren sie sich nicht sicher ob ich wirklich der bin der sie während ihrer Kindheit betreut hat. Erst löste sich ein einzelnes zögerliches „Misch…” aus der Gruppe, daraus wurde dann ein zweistimmiges „Mischi!?” um dann nach einem Winken von mir zu einem mehrstimmigen „Mischaaaa!”.
Das war einer dieser „Heimat“momente obwohl sie mich 1 Jahr nicht mehr gesehen haben konnten sie mich noch gut einordnen und ich wusste auch noch wer sie waren. Diese Momente sind rahr gesäht doch wenn man sie erlebt umschlingt einen dieses wohlig warme Gefühl.

Ghetto

(via)

Es wird oft schlecht über Ghettos geredet (und ich meine Ghettos, manch einer nennt sie vielleicht soziale Brennpunkte oder schlechte Gegend ich nicht. Mir ist bewusst dass einige diese Orte nicht mit Ghetto bezeichnen wollen weil es für sie nichts im geringsten mit den Ghettos des 2. Weltkriegs zu tun hat oder weil die heimischen sozialen Brennpunkte nichts mit den Ghettos in Amerika gleich haben. Ja, ja redet ihr nur ich bin anderer Meinung lebt damit oder hört auf zu lesen. Deswegen wird das Wort auch nicht in Anführungszeichen gesetzt) dass es dort stinkt, dass es dort nur Drogensüchtige und Kriminelle gibt, dass dort nur die Bildungsschwachen/ verlierer leben, dass dort nur Asoziale leben und noch weiteren stereotypischen Müll der es nicht Wert ist hier reproduziert zu werden. Allen Leuten die so etwas glauben oder sogar erzählen soll gesagt sein das es keinen schöneren Platz in Deutschland geben kann als diese Ghettos. Ich bin in einem Ghetto aufgewachsen (ich nenne es so und alle Leute aus Minden würden es auch so nennen), Bärenkämpen war ein schöner Ort aufzuwachsen die Gegenden außerhalb waren schrecklich, die Leute die dort wohnten waren asozial sie bezeichneten uns als Abschaum, Kriminelle oder Taugenichtse. Wir wussten was Höflichkeit bedeutet aber als wir aus Bärenkämpen raus gingen erlebten wir keine Höflichkeit.

Im Ghetto lernst du Fußball und zwar den Fußball von denen alle dann immer verzaubert sind, schaut euch mal an wo viele der „feinen Techniker“ herkommen, der Özil spielte im „Affenkäfig“ auf Beton. Auch Streetball lernte ich im Ghetto denn wir sind in keine Halle reingekommen. Alle Leute waren immer sehr einladend und Gastfreundlich außerhalb des Ghettos habe ich dies nicht so oft erlebt. Anscheinend merken langsam auch andere Leute das diese Ghettos nicht zu scheiße sind sonst würden ja nicht so viele Leute nach Kreuzberg oder Neu- Köln ziehen wollen, das waren früher als ich jugendlich war die bekanntesten Ghettos. Ghettos sind auch schöne Orte und wenn manche mal ein wenig über ihren Tellerrand schauen würden würden sie das erkennen.

Und an alle die immer noch nicht glauben wollen dass das Wort Ghetto angebracht ist lest euch noch mal die Beschreibung zu dem Wort durch.